Belly Story von Karin: Wie ich der Körperliebe entgegen tanze
20. Juni 2021
Gastbeitrag

Gastbeitrag von Karin Graf-Kaplaner (Instagram: @jubeltage)

Ich habe eigentlich immer schon getanzt – es gibt Super8 Filme (ja, die gab es …), auf denen ich mich permanent im Kreis drehe, da bin ich noch ein Kleinkind. Mit 5 oder 6 Jahren kam ich in die Ballettschule, in der ich mit Leidenschaft und Begeisterung 10 Jahre lang getanzt habe. Meine nicht so zierliche Figur (aber weit davon entfernt, dick zu sein) war trotzdem im Familien- und Schulalltag ständig Thema.

Professionell auf einer Bühne zu singen und zu tanzen, das war als Teenager mein großer Traum. „Ich sollte doch lieber Opernsängerin werden“, wurde mir eingetrichtert. Nun gut, Opernsängerin werden (schon gar nicht als Plan B, nur weil mein Körper nicht ok sei) wollte ich nicht, wie man ja jetzt an meiner Berufswahl sieht. Mit der Entscheidung gegen einen Beruf in der darstellenden Kunst habe ich mittlerweile meinen Frieden gemacht.

Wenn man so will, war mein körperlicher Weg „vorbestimmt“. Die selbsterfüllende Prophezeiung „Du bist unförmig, du bist nicht schlank genug“, die ich mir jahrelang mantrenmäßig vorbetete, zeigte ihre Wirkung. Im Laufe der Zeit habe ich weiter zugenommen und fast 20 Jahre lang nicht einen Schritt getanzt. 

Visualisierungen, Singen, Sex, Tanzen & pure Freiheit

Auf meinem Weg, die Liebe zu meinem Körper wiederzuentdecken, bin ich auf die Kraft der Visualisierung gestoßen. Nachdem ich selbst regelmäßig meditiere, dachte ich, das sollte sehr gut klappen: meine Augen schließen und mir vorstellen, mich in meinem Körper rundum wohlzufühlen. Sollte. Bei mir klappt das bisher leider nicht so optimal … Ich kann nahezu alles visualisieren, ein Ferienhaus in Cornwall etwa oder mich auf einem Wikingerschiff. Tja, aber mich in meinem Wohlfühlkörper – Fehlanzeige! Da sehe ich (im wahrsten Sinne des Wortes) SCHWARZ. Ich bin schon sehr gespannt, wann sich diese Blockade lösen wird (derzeit tut sich viel) und ich mich endlich auch vor meinem inneren Auge so sehen kann.

Weil das mit dem Visualisieren bisher nicht funktioniert, war ich auf der Suche nach Alternativen und wurde fündig! Es gibt drei Dinge, bei denen ich meinen Körper als das Wunderwerk spüre, das er ist: beim Singen, beim Sex und beim Tanzen. Dann fühle ich Körperliebe. Auf die ersten beiden gehe ich hier nicht näher ein. Bleiben wir also beim Tanzen: Wenn ich mich in diesen tanzenden Trance-Zustand fallen lasse, dann sind da nur ich, mein Körper, die Musik und die Bewegung, die aus mir rauskommt. Ich mache die wildesten Moves (die man meinem Körper, wenn man ihn von außen sieht, gar nicht zutrauen würde) und fühle mich frei. Ich fühle mich nicht übergewichtig. Ich fühle mich auch nicht schlank. Ich fühle mich einfach frei – als ich …

Annahme kommt vor Veränderung

In vielen Bereichen meines Lebens habe ich schon intensiv erfahren dürfen, dass vor der Veränderung, die wir uns so sehnlichst wünschen, immer, und zwar ausnahmslos, die Annahme von dem kommt, was gerade ist. Etwas, das ich lange nicht wahrhaben wollte und verstehen konnte. Warum soll ich meinen Körper lieben, wenn ich mir eigentlich wünsche, dass er anders aussieht? Dahinter steckt das Gesetz der Anziehung. 

Wir holen mehr von dem in unser Leben, von dem wir überzeugt sind. Wir erschaffen das, worauf wir unseren Fokus legen. Alles, wogegen wir einen Widerstand haben, bleibt so lange in unserem Leben, bis wir es annehmen. 

Wenn wir also beginnen, die Bereiche in unserem Leben mit Liebe zu betrachten, die wir so gerne verändern möchten, dann lösen wir den Knoten, der die Veränderung verhindert, und es wird plötzlich so viel möglich! Bei mir hat das so viel zum Positiven verändert. Ich sehe jetzt, wozu mein Körper im Stande ist und ich bin unglaublich dankbar für ihn. Was wäre ich ohne meinen Körper? Ein Fähnchen im Wind ;). Ich habe begriffen:

Mein Körper muss nicht schlank sein, damit er wertvoll ist und jeden Tag Großartiges leistet.

Deine Karin

Über Karin:

Karin Graf-Kaplaner, 41 Jahre alt, Herausgeberin und Podcasterin, lebt und arbeitet Wien. Mit ihrem Blog-Magazin www.jubeltage.at und ihrem Podcast jubelTÖNE begleitet sie Frauen auf ihrem individuellen Weg hin zu mehr Leichtigkeit, Achtsamkeit und Selbstfürsorge. Immer ehrlich und ohne Tabus. Auf ihrem Instagram Account @jubeltage bestärkt sie ihre Follower*innen darin, das Leben zu feiern!

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