Mein Name ist Lina, ich bin 29 Jahre alt und komme aus dem wunderschönen Hamburg. Vielleicht kennen mich einige von euch von meinem Instagram Kanal @mindfuliina. Dort seht ihr mich (mittlerweile) als selbstbewusste junge Frau, die über Themen wie Selbstliebe, Körperannahme und ein diätfreies Leben bloggt. 

Doch so wie ich jetzt bin, war ich nicht immer. Aufgewachsen bin ich hauptsächlich mit meiner Mama und Oma. Für beide war es in meiner Wahrnehmung immer sehr wichtig, gut auszusehen. Meine Oma macht bis heute Diäten, verzichtet und shoppt regelmäßig zu enge Klamotten, da sie dort ja „eh bald reinpasst und noch 5kg abnehmen möchte“. Bereits in der Grundschule führte ich aus Spaß Diättagebücher gemeinsam mit meiner Familie und lernte das als „normales“ Verhalten und Körperbild kennen. 

Man muss dazu sagen, ich war immer ein übergewichtiges Kind. Ich wurde überwiegend gehänselt und fühlte mich nie richtig. Mit 12 Jahren bekam ich Diabetes. Das wurde sehr spät diagnostiziert. Dadurch verlor ich sehr viel Gewicht und hatte endlich eine „normale“ Figur in meiner Wahrnehmung. Die Hänseleien blieben. War ich also immer noch nicht richtig? Auch als normalgewichtige Jugendliche hörte ich oftmals Sätze wie „Du bist hässlich und fett“. Sätze, die mich und meine Glaubenssätze geprägt und sich über Jahre festgebrannt haben. 

Meine ersten Beziehungen machten das nicht besser. Da waren viele Jungs dabei, die mir sagten, sollte ich mich mal gehen lassen, würden sie mich verlassen. Einer war dabei, der mir nach einer Zunahme innerhalb der Beziehung sagte, er fände mich nicht mehr attraktiv. Da begann ich meine erste richtige Diät, gepaart mit exzessivem Sportverhalten. Aber lange hielt ich das nicht durch. Das Zählen von Punkten oder Kalorien war mir zu doof. War ich doch aufgrund des Diabetes sowieso den ganzen Tag mit Zählen und Ausrechnen von Mahlzeiten beschäftigt. Ich hatte die Kurve gerade noch bekommen. Das Gewicht regulierte sich von selbst und der Mann verschwand auch! 

Ein paar Jahre später, Anfang zwanzig: die nächste Beziehung, die nächste Zunahme, der nächste Mann, dem das nicht passte, der nächste Versuch abzunehmen, die nächste Trennung und die geborene Überzeugung, mein Scheitern sei die Ursache für meine Figur. Ich habe schon immer viel und gerne Sport gemacht. Im Rahmen meines Trainings stieß ich dann auf eine Challenge, bei der nicht nur viel Sport an der Tagesordnung war, sondern auch Kalorien gezählt wurden. Zum ersten Mal befolgte ich so einen Plan konsequent und rutschte damit völlig in ein ungesundes Essverhalten ab. Mein Körper veränderte sich schnell und ich konnte Erfolge sehen. Was sich nicht ändern wollte, war mein Bauch. Egal wie wenig ich aß, egal wie viel Sport ich trieb, egal wie viele Muskeln darunter sichtbar wurden, der Bauch blieb immer „schwabbelig“ und wenig straff. Ich hasste ihn. Nichts hasste ich an meinem Körper so sehr wie meinen Bauch. Und mich. Weil ich es einfach nicht hinbekam. 

Auf der Suche nach der nächsten Diät, die mir endlich den flachen Bauch verschaffen sollte, den ich brauchte, um endlich wertvoll zu sein, stieß ich auf das intuitive Essen. Kurz davor hatte ich einen riesigen Aha-Moment, als ich alte Bilder von mir fand. Bilder, auf denen ich die Figur hatte, die ich mir zu diesem Zeitpunkt so sehr gewünscht hätte! Jedoch wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass ich zu dieser Zeit auch nicht zufrieden war. Da fragte ich mich, ob das Problem wirklich mein Körper und mein Bauch waren. Oder war das Problem eher von innen als von außen anzugehen? 

Ich begann, mich nicht nur mit dem intuitiven Essen zu beschäftigen und so wieder Schritt für Schritt ein normales Essverhalten zu lernen, sondern auch, mich mehr mit dem Thema Selbstliebe und -wert zu beschäftigen. Auf dieser Reise fing ich auch an, Instagram zu nutzen und lernte die #bodypositivity Bewegung kennen. Und das war mein Durchbruch beim Thema Körperakzeptanz. Zum ersten Mal in meinem Leben durfte ich so viele wunderschöne und reale Körper sehen. So viele mutige Frauen, die zu sich standen und sich genauso zeigten, wie sie waren. Ich durfte so viele Bäuche sehen. So viel Vielfalt. Und ein Aha-Moment jagte den nächsten. Ich sah plötzlich Frauen, die mehr Gewicht hatten als ich, aber trotzdem einen so straffen Bauch, wie ich ihn gerne gehabt hätte. Ich sah schlanke Frauen mit einem Bauch, wie ich ihn hatte. Ich sah Frauen mit meinem Bauch und mehr Gewicht und Frauen mit weniger Gewicht und straffen Bäuchen. Und ich verstand, dass nicht alles mit dem Gewicht zusammenhängt und wie schön Vielfalt sein kann!

Heute liebe ich meinen Bauch. Er ist weich und nicht besonders straff. Er hat Dellen und wird niemals so aussehen wie ich es früher immer wollte. Und das ist ok. Denn er ist mein Bauch! Er gehört zu mir. Er beherbergt viele wichtige Organe und leistet mir tagtäglich so viele Dienste. Wie könnte ich da nicht dankbar für ihn sein? Ich habe auf dieser ganzen Reise zu mir selbst in den letzten Jahren eines verstanden: Schönheit hat weniger mit Optik zu tun, sondern viel mehr mit Authentizität und Ausstrahlung. Seitdem stecke ich meine Energie in mein Strahlen und nicht mehr in den Plan, endlich einen flachen Bauch zu haben. Denn wertvoll bin ich trotzdem und war ich schon immer. Das weiß ich jetzt. 

Auf Instagram nehme ich euch mit auf meine Reise, die noch lange nicht zu Ende ist, versorge euch mit Tipps, teile meinen Gedankensalat, schenke euch positive Energie und hoffe so, auch euch den ein oder anderen Aha-Moment auf eurer Reise zu verschaffen.

Eure Lina 

4 Kommentare

  1. Ach manno genauso rede und denke ich auch über meinen Bauch.. schon immer ! Aber dank Sandra trage ich seit letztem Jahr Bikini am See und meine größte Aufgabe war zum Ende des Sommers im Bikini ohne Shirt drüber beim schnuckeligen Pommes Verkäufer Pommes rot-weiß zu kaufen.. war super bis der Typ mit der mageren Freundin auf der Wiese komisch guckte.. 🙄

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    • Das freut uns sehr, liebe Steffi! Weiter so!

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  2. Richtig schöner Blogeintrag! Du bist ein Vorbild <3 und deine Lebensfreude ist ansteckend! 🙂

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    • Danke dir, das freut Lina sicher!

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