In letzter Zeit habe ich mir viele Gedanken (noch mehr als sonst) darüber gemacht, was ich in meinem Leben will und was nicht. Welchen Werten ich folgen möchte. Wie ich meinen Alltag gestalten möchte. Und dabei ist mir bewusst geworden, warum wir uns gerne um solche Fragen drücken, die doch erst einmal gar nicht wehtun. Nämlich, weil auf die Antworten, wenn wir sie gefunden haben, Konsequenzen und vor allem Entscheidungen folgen (müssen). Zumindest, wenn wir auch nach dem Reflektieren noch ehrlich zu uns sein und uns mit gutem Gewissen im Spiegel anschauen können wollen. Und diese Entscheidungen sind der weitaus schwierigere Part.

In diesem schwierigen Part befinde ich mich gerade. Ein paar Entscheidungen habe ich bereits getroffen und Erkenntnisse dazu gesammelt, die ich gerne mit dir teilen möchte, weil sie vielleicht auch dich weiterbringen oder zumindest inspirieren.

Klare Entscheidungen = Selbstbestimmung

Eine Entscheidung, die ich getroffen habe, lautet: Ich möchte in meinem Leben klare Entscheidungen treffen. Auch, wenns wehtut. Auch, wenn sie nicht den Erwartungen anderer entsprechen. Ich möchte ein selbstbestimmtes Leben führen und dazu gehören auch selbstbestimmte Entscheidungen. Gut möglich, dass das jede*r von uns möchte, aber wie viele von uns tun es wirklich? Das Buch „Sie hat Bock“ von Katja Lewina, in dem es eigentlich vorrangig um die weibliche Sexualität geht, aber eben nicht nur, hat mich ein weiteres Mal daran erinnert, was Selbstbestimmung für mich bedeutet und wie ich sie wirklich leben möchte.

Dafür darf ich mich noch mehr davon lösen, es anderen recht machen zu wollen. Ich dachte, ich kann schon ganz gut das tun, was ich will, doch ich durfte erkennen, dass da definitiv noch viel Luft nach oben ist. Denn wenn es andere möglicherweise „negativ“ beeinflusst – etwa Mehraufwand für sie bedeutet oder Enttäuschung auslöst –, dann tue ich mir schwer damit. Das zu üben ist wichtig für mich, um noch freier meinem Herzen folgen zu können.

Verstand oder Herz?

Apropos dem Herzen folgen: Ich weiß inzwischen auch, dass mich die Entscheidungen weiterbringen, die ich nicht ausschließlich mit meinem Verstand treffe, sondern vor allem mit Bauchgefühl und Herz. In diesem Zusammenhang habe ich mich lange gefragt, wie ich nun die Stimmen von Verstand und Bauch-Herz voneinander unterscheiden kann. Denn wenn im Entscheidungsprozess etwa Angst auftaucht – ist das dann bloß mein Ego, das mich in meiner Komfortzone halten will, oder ist es ein Zeichen meines Bauch-Herzens, dass es nicht richtig ist? 

Inzwischen kenne ich das Kribbeln, das ich spüre, wenn etwas vollkommen mir, meinem Bauch und meinem Herzen entspricht. Dem folge ich. Natürlich wird dieses Kribbeln nach wie vor gerne von den Zweifeln meines Verstandes übertönt. Dann muss ich einfach (auch wenn es im Moment selbst selten einfach ist) entscheiden, losgehen und schauen, was passiert. Jede Entscheidung ist besser als keine Entscheidung. Denn letztendlich geht es nicht darum, die richtige zu treffen, sondern überhaupt eine. Das Ergebnis ist dann entweder direkt die „richtige“ Richtung oder eben ein Umweg, auf dem ich dazulerne.

Allgemein habe ich die Erfahrung gemacht, dass mir eigenmächtige Entscheidungen dann, wenn ich sie unabhängig von allem und jedem*r treffe, einen besonders großen Energieschub geben. Und da ist es auch erst einmal egal, wie die Entscheidung ausgefallen ist. Ich kann mich dadurch so gesehen selbst empowern. Und feststeht: Jede einzelne dieser Entscheidungen bringt mich ein Stück weiter auf meinem ganz eigenen Weg und in meinem Sein – dem Sein, das nicht oder zumindest weitaus weniger von äußeren Einflüssen geprägt wird, sondern immer mehr meinem wahren Ich entspricht.

Was hält dich noch davon ab?

Die Gründe, die dafür sprechen, klare und starke Entscheidungen zu treffen, sind also klar: Es geht um Freiheit, es geht um Intuition und um Selbstbestimmung. Umso mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr innere Muster erkenne ich, die mir noch im Weg stehen, wirklich unabhängig und für mich zu entscheiden. Deshalb empfehle ich dir, ebenfalls genauer hinzuschauen, was dich noch davon abhält, und möchte dir keine vorgefertigten Tipps basierend auf meinen Erfahrungen geben.

Frage dich: Was hält mich davon ab, klare und starke Entscheidungen zu treffen? Welche Konsequenzen bringt die Entscheidung mit sich, die ich vermeiden möchte? Warum möchte ich sie vermeiden? Was daran macht mir Angst? Wem will ich es recht machen? Wen und wessen Gefühle beziehe ich noch in meinen Entscheidungsprozess mit ein, obwohl er*sie gar nichts damit zu tun hat?

Und dann werde dir bewusst: Es ist DEIN Leben. Möchtest du selbstbestimmt dein eigenes Leben leben – nach deinen eigenen Regeln, Maßstäben und Werten? Dann entscheide auch endlich selbst! DU wählst die Richtung, in die du gehst. Da hat niemand mitzureden. DU bist die einzige Person, der du es recht machen solltest. Es ist okay, wenn es dir Angst macht. Aber lass die Angst nicht deinen Weg bestimmen. 

ENTSCHEIDE, DENN JEDE ENTSCHEIDUNG BRINGT DICH WEITER!

Ich wünsche dir aus ganzem Herzen und Bauch, dass du erlebst, wie wundervoll und stark es sich anfühlt, eigene und vollkommen klare Entscheidungen zu treffen!

Deine Leonie (Instagram: @leoniemachbert)

Bildquelle: Unsplash

4 Kommentare

  1. Danke Leonie für deine Gedanken zu dem Thema „Entscheidungen treffen“. Das ist etwas, was ich vor 13 Jahren noch sehr gut konnte und was mein Umfeld auch so nahm wie es ist. Vor 13 Jahren wurde ich zum ersten Mal Mutter. Das war eine große Freude und zugleich so viel Unsicherheit. Viel Rat, dieses zerbrechliche Kind; Seit dem überlege ich stets, kann ich das machen? Was ist mit den Kindern? Wie organisiere ich das? Ach, das mache ich wieder wenn die Kinder groß sind? Jetzt sollte ich besser etwas mit/für die Familie tun!
    Da steht ein ganz altes Rollenverständnis dahinter. Die Zeit mit der Familie ist mir auch wichtig, doch zugleich merke ich, dass ich mich in den vergangenen 13 Jahren immer mehr aufgegeben habe. Es muss eine Veränderung her – diese Entscheidung habe ich zumindest schon getroffen….

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    • Hallo du Liebe, danke für deinen Kommentar. Das ist ja auch vollkommen nachvollziehbar, dass sich das mit der Verantwortung für andere Menschen ändert. Aber toll ist, dass du die erste Entscheidung bereits getroffen hast und dadurch in eine neue Richtung gehst.

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  2. Danke für den tollen Text. Ich musste heute erst wieder eine Entscheidung mitteilen, bei der ich bereits wusste, dass sie auf Widerstand trifft und ich bin immer sehr stolz, wenn ich solch eine Situation gemeistert habe. Früher konnte ich sowas gar nicht und finde es schön zu sehen, dass man alles lernen kann. <3

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    • Hallo liebe Sarah, danke für deinen Kommentar. Wie toll, mega!

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