Niemand hat keine Angst. Angst ist natürlich. Angst ist normal. Angst ist okay.

Wer sich mit sich selbst beschäftigt und auf der Suche nach dem großen Glück ist, der stößt sehr schnell auf Bücher zur persönlichen Weiterentwicklung und inspirierende Persönlichkeiten. Meistens beginnt damit eine Reise zu sich selbst, weil man beginnt zu verstehen, dass das wahre Glück sich in einem selbst finden lässt. Das ist wundervoll.

Allerdings stellte ich selbst vor einiger Zeit fest, dass sich durch all die Bücher und Kurse und Power Talks von wirklich tollen Menschen das Gefühl bei mir einschlich, dass ich keine Ängste mehr haben dürfte. Dass das Loslassen von Ängsten, wovon stets die Rede ist, unabdingbar ist, wenn ich in mein volles Potenzial, meine Leuchtkraft kommen möchte. Dieses Gefühl, dieser Gedanke wiederum äußerte sich dann in Druck. Ich versuchte alle möglichen Methoden, um meine Ängste komplett aufzulösen. Doch sie wollten sich nicht wie eine Aspirin-Tablette in einem Wasserglas, sondern viel eher wie Sand in Wasser verhalten – sie lösten sich nicht auf. Ich wurde ungeduldig und eher wenig liebevoll mit mir selbst. Was mich glücklich machen sollte, endete in Selbstzweifeln und Missmut.

Und dann las ich ein Zitat: „Mutig zu sein, bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es trotz der Angst zu tun.“

Und das öffnete mir die Augen. Es ist okay, Ängste zu haben. Manche meiner Ängste sind Urängste, die in meiner DNA verankert sind, von Steinzeitmenschen und Vorfahren. Andere Ängste wurden mir anerzogen oder entwickelten sich erst nach bestimmten Erfahrungen. All die Ängste sind okay. Sie dürfen da sein, weil sie mich beschützen wollen. Und Ängste zu haben, bedeutet nicht automatisch, nicht mutig sein und leuchten zu können.

Was Loslassen eigentlich bedeutet

Auf einmal wusste ich auch, was mit Loslassen eigentlich gemeint war. Denn worum es geht, ist, die eigenen Ängste liebevoll anzunehmen. Erst das, was ich akzeptiere und wogegen ich nicht länger kämpfe, kann ich auch loslassen. Meine verzweifelten Versuche waren jedoch alles andere als Akzeptanz und genauer betrachtet der Kamp gegen etwas, das ich partout nicht mehr in meinem Leben haben wollte, weil ich glaubte, es dürfe nicht mehr da sein. Dass das alles andere als liebevoll und definitiv der falsche Ansatz war, weiß ich jetzt auch.

Also begann ich, Hallo zu meinen Ängsten zu sagen, wenn sie sich mal wieder von ihrer besten Seite zeigten. Ich traf mich in Mediationen mit ihnen und dankte ihnen dafür, dass sie mich beschützen. Und stellte fest, dass ich, wenn ich meinen Ängsten mit Humor und Liebe begegnete, trotz allem mutige Entscheidungen treffen konnte. Denn das viel Wichtigere ist, sich nicht von den eigenen Ängsten leiten zu lassen. Sie dürfen da sein, aber mich nicht hindern an dem, was ich wirklich will. Sie dürfen mitlaufen, aber sich nicht in meinen Weg schmeißen. Und soll ich Dir etwas verraten? Etwas trotz meiner Ängste zu tun, verleiht meinem Leuchten noch mal eine Extrapower und erfüllt mich ungemein. 

Was ich Dir sagen möchte

Mit alldem möchte ich Dir sagen: Es ist okay, wenn Du Angst hast. Mach Dich nicht runter wegen Deiner Ängste. Und dabei ist vollkommen egal, wie irrational sie auch sein mögen. In erster Linie wollen sie Dich beschützen. Also sei liebevoll mit ihnen wie mit all Deinen anderen Gefühlen auch. Solltest Du sie aber gerade einmal als Deine Beschützer brauchen, kannst Du ihnen kurz deine Aufmerksamkeit widmen und liebevoll Danke sagen, bevor Du dann mutig bist und handelst, wie es Dein Herz Dir sagt. Denn letztendlich ist Angst nur ein Gefühl von vielen, das kommt und auch wieder geht.

Merke Dir: Du bist nicht Deine Angst!

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