Fragst du dich regelmäßig, was deiner Seele guttut? Vielleicht denkst du bei dieser Frage direkt an das, was wir als Seelennahrung bezeichnen – für den einen ist das die Tüte Paprikachips, für die andere die Tafel Nougatschokolade. Meistens belohnen und verwöhnen wir uns damit – wenn wir glauben, dass unsere Seele ein bisschen Schoki vertragen könnte. Doch zum einen könnten wir uns einmal die Frage stellen, wieso wir unserer Seele nur zum Belohnen für besondere Leistungen etwas Gutes tun. Und zum anderen können wir uns bewusst darüber werden, dass Seelennahrung bei weitem nicht nur das ist, was wir an tatsächlicher Nahrung aufnehmen. Denn über den Tag verteilt nehmen wir so unglaublich viel von außen auf, auch und vor allem auf geistiger Ebene. Doch das Wenigste davon tut wirklich unserer Seele gut.

Was ist Seelennahrung also eigentlich?

Möglicherweise nimmst du es gar nicht wahr. Aber den lieben langen Tag wirst du von allen Seiten berieselt und beeinflusst. Da ist der Input, den du dir bewusst einholst, aber auch der, der vollkommen unbewusst auf dich einprasselt. Du schaust morgens auf dein Handy, dann vielleicht aus dem Fenster, hörst Radio, sprichst mit Kolleg*innen, fährst an Plakatwerbungen vorbei, triffst dich mit Freund*innen, telefonierst mit deiner Mama, schaust Netflix, scrollst durch Instagram, liest etwas, googelst etwas, schnappst Gespräche auf der Straße auf. Das ist viel, aber sicherlich nimmst du nicht einmal die Hälfte wirklich bewusst als Input oder Einfluss wahr. Und genau deshalb liegst du irgendwann ausgelaugt auf deinem Bett und weißt gar nicht so genau, warum du dich so fühlst.

Du kannst es dir so vorstellen als würden all die Einflüsse von außen wie ein Wasserfall auf dich einprasseln. Doch deine Haut ist durchlässig, du nimmst das Wasser also tatsächlich in dir auf. Bis du irgendwann wie ein Fass vollkommen gefüllt bist und zu Platzen drohst. Und in genau diesem Moment liegst du dann ermattet auf deinem Bett und musst für Ruhe sorgen und dich vielleicht kreativ betätigen, um etwas von dem Aufgenommenen wieder rauszulassen. Um für mehr Output als Input zu sorgen und eine neue Balance zu finden.

Seelennahrung hingegen ist der Input, den du dir bewusst aussuchst und der dir wirklich guttut. Das ist die von der guten Nahrung. Sozusagen die Lindt Schokolade oder die Pringles Chips unter den Nahrungen für dich. Diese Art von Input kann dein Fass nicht zum Überlaufen oder gar Platzen bringen, weil er direkt verwertet wird – ähnlich wie Vitamine oder Nährstoffe, die du unbedingt zum Leben brauchst. Dieser Input wandert direkt in deine Seele, wird von ihr aufgesaugt und schenkt dir wiederum Wohlbefinden, Energie und Gesundheit.

Welche Nahrung möchte deine Seele?

Um zu verstehen, welcher Input dir Energie raubt und welcher dir hingegen Energie schenkt, bekommst du ein Beispiel. 

Du kaufst dir eine typische Frauenzeitschrift am Kiosk, vielleicht wegen der Modetipps oder Rezepte. Um ein bisschen darin zu schmökern, machst du es dir mit einem Eiskaffee auf dem Balkon gemütlich. Du gönnst dir eine Pause, den eiskalten, leckeren Kaffee und ein bisschen Inspiration. Also blätterst du in der Zeitschrift und stolperst direkt zu Beginn über den Klatschteil mit den News über Promis. Eine Headline lautet „So sieht Heidi Klum wirklich aus“ und auf dem Bild darunter ist sie im Bikini zu sehen, ein paar Dellen an ihren Oberschenkeln sind rot einkreist. Ein paar Seiten weiter bekommst du Tipps, wie du dich fit für den Sommer machst. Es werden verschiedene Diäten vorgestellt und Sportübungen gezeigt, mit denen dein Bauch endlich flach wird. Eine Seite weiter findest du das Rezept für die Erdbeersahnetorte. Doch auf die hast du jetzt irgendwie gar keine Lust mehr. Du machst stattdessen das Kreuzworträtsel und stehst dann mit einem mulmigen Gefühl auf. Seltsam, vorhin warst du noch so gut gelaunt.

Ein anderes Mal setzt du dich wieder mit einem Eiskaffee auf deinen Balkon. Dieses Mal hast du zu einer anderen Zeitschrift gegriffen – das Cover verspricht Geschichten mit den Titeln „3 Achtsamkeitsübungen für deinen Alltag“ und „Wie du deinen Körper lieben lernst“. Das hat sich irgendwie direkt beim Kauf schon besser angefühlt. Wieder blätterst du und auf den ersten Seiten siehst du Models, die dir Bikinis für den Sommer zeigen – da sind kleine, große, dünne, dicke, weiße, schwarze Frauen zu sehen. Einer der Bikinis gefällt dir richtig gut und du denkst „Wenn er an dieser Frau dort so gut aussieht, wird er mir sicher auch stehen.“ Danach springst du direkt zur Titelstory, die von Körperliebe und Selfcare handelt. Du holst dir direkt einen Stift und unterstreichst den ein oder anderen Tipp. Wow, du fühlst dich richtig gut und würdest den Bikini aus der Zeitschrift am liebsten sofort anziehen und in den See springen.

Finde die richtige Balance!

Höchstwahrscheinlich hast du sofort begriffen, in welcher Situation deine Seele profitiert. Und von diesen Situationen, von dieser Art Input gilt es jetzt mehr zu schaffen in deinem Leben. Natürlich gibt es auch davon zu viel des Guten. Deshalb ist es wichtig, eine Balance für dich zu finden. Den Input, der die Energie raubt, solltest du – sofern es dir möglich ist – aus deinem Leben verbannen. Miste deinen Instagram Feed aus und gestalte ihn so, dass er dir Inspiration & Lebensfreude schenkt, kaufe bewusster Magazine, konsumiere weniger News, schaue Dokumentationen und Interviews, die dich von innen nähren, und sorge immer wieder für Ruhe. Balance bedeutet, für gute, nahrhafte Seelennahrung, genügend Ruhephasen mit so wenig Input wie möglich und regelmäßigen, kreativen Output zu sorgen. Dieser Output kann Schreiben sein oder Malen, Basteln, Designen, Musikmachen. Wie du deine Balance gestaltest, das bleibt ganz dir überlassen. 

Aber das sollte kein Problem für dich sein, denn ist deine Seele gut genährt, hörst du sie auch wieder viel lauter und weißt, nach was sie sich sehnt. Viel Spaß dabei, deine Seele mal so richtig zu verwöhnen!

P.S.: Schon ganz bald erscheint unser allererstes Bauchfrauen-Magazin, das die geballte Portion Seelennahrung für dich bereithält!

Bildquelle: Unsplash

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