Rote Woche im Kopf - Menstruationsbeschwerden & Psyche - Gastbeitrag von Andrea Mohr

Sandra Wurster | 25 October, 2019


          
            Rote Woche im Kopf - Menstruationsbeschwerden & Psyche - Gastbeitrag von Andrea Mohr

„Rote Woche im Kopf“

Menstruationsbeschwerden und Psyche

Die ganzheitliche Sicht auf Menstruationsbeschwerden bezieht stets körperliche, seelische aber auch psychosoziale Einflüsse sowie die Wirkung der belasteten Umwelt mit ein.
Dieser Beitrag beschäftigt sich einseitig mit dem Thema „Psychosomatik“, also die schmerzliche Funktion der Organe durch unbewusste psychische Faktoren.

Als Expertin für Frauengesundheit möchte ich dazu beitragen, dass Frauen sich selbst besser verstehen und schätzen lernen.

Haben wir unseren Rhythmus verloren?

Die Frau unterliegt zahlreichen Rhythmen der Natur, vor allen Dingen dem des Mondes. Die Menstruation zeigt sich häufig als Spiegelbild des vergangenen Erlebens, d. h. Stresseinflüsse Schlaf-Wach-Rhythmen, Nahrungsaufnahme. Für eine ganzheitliche Balance benötigt Frau zu allererst eine bewusste rhythmische Lebensweise, wie bspw. zur gleichen Zeit essen, schlafen, bewegen, atmen, um im Einklang mit den hormonellen Zyklen zu schwingen.

Häufig erleben Frauen die Zeit ihrer Menstruation als schmerzhaft, fühlen sich müde, leiden unter Stimmungsschwankungen, Hautunreinheiten, Wassereinlagerungen und „gefühlt“ Einhundert anderen individuellen Empfindungen. Dies kann zur inneren Abwehrhaltung gegen den eigenen Körper führen. Gerade bei Frauen, die ihr Selbstwertgefühl überwiegend aus Leistung und Äußerlichkeiten beziehen. Anerkennung wird gleichgesetzt mit Liebe. Die Zunahme der Beschwerden ist abzusehen.
Ich las einmal das Zitat „Männer leben in einem Funktionskörper, Frauen in einem „Emotionskörper“, was ich tagtäglich in meiner Praxis bestätigt sehe. Lassen Sie uns als Frauen während der Zeit der Menstruation besonders auf die Gefühle achten, und lassen Sie uns eine Art „Innen-Schau“ halten. Wir hören vom Körper eine ganze Menge, wenn wir lauschen. Hören wir hingegen nicht genau hin, kommuniziert er mit uns über Beschwerden in unterschiedlicher (Laut)Stärke.

Frauen können ihren Körper als etwas sehr Lebendiges begreifen. Sind wir doch einzigartig im ständigen Auf- und Abbau (Gebärmutterschleimhaut, Eireifung/-sprung usw.) von Pubertät bis zum Klimakterium. Viele Frauen behalten den Rhythmus sogar nach den Wechseljahren bei. Die Gesellschaft wertet diese Fähigkeit der regelmäßigen Umstellung als Labilität und nicht als Stärke. Dagegen müssen wir uns wehren.

Wie sehen Sie sich als Frau?

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie Sie hinsichtlich der Weiblichkeit erzogen wurden oder welches Frauen-Vorbild Ihre Mutter darstellte? Damit tauchen wir gleich tief ein in das Unterbewusstsein, welches sich in unserem Körper nach Außen mit der Menstruation (dem Ur-Frau-Sein) widerspiegelt. Übergriffe, verbale und körperliche, werden verdrängt und zeigen sich indirekt als Abwehrmechanismen, um die Seele zu schonen. Es gilt daher den „Schmerz“ als Abwehrmechanismus zu entlarven. Wofür kann ein Krampf stehen? Angst, Klein-machen, Schultern vor als Schutz, fehlende Wärme, um nur einige Möglichkeiten zu nennen.

Viele von uns Frauen fragen sich, warum bin ich gerade während meiner Periode oder kurz davor so sensibel? Nun, der Körper hat während der Menstruation den niedrigsten Hormonpegel. Hormone umgeben uns wie ein Schutzmantel (das Frauenmantelkraut bspw. gilt als wichtiges Frauenheilmittel), und so können wir „natürlich“ fühlen, was wir wollen und was nicht, was uns Zuviel wird und welche inneren Bedürfnisse ungestillt sind. Bewusstwerdung ist der erste Schritte auf dem Weg, sich von „schmerzenden“ Themen zu befreien.

Rüdiger Dahlke versorgt uns mit psychosomatischen Deutungen in seinem Buch „Krankheit als Symbol“. Dort zeigt er auf, welche Themen hinter Beschwerden stecken können, die ich gern als Impuls meinen Patientinnen mitgeben.

Die psychosomatische Deutung von Krankheiten

Im Abschnitt über Menstruationsbeschwerden heißt es unter anderem:
„Themen, die bearbeitet werden dürfen sind: Kinderwunsch, Rolle der Frau, Akzeptanz der eigenen Weiblichkeit, Kontrollverlust, systemische Weitergabe von Mutter auf Tochter, sexuelle Probleme z. B. Hingabefähigkeit, Zerrissenheit zwischen eigenem Bedürfnis und äußeren Anforderungen, schmerzhaftes Erleben des Frau-Seins.“

Ein therapeutisches Gespräch kann Sie bei der Aussöhnung der eigenen Rolle unterstützen. Arbeiten Sie an Ihren weiblichen Kräften, die Sie im Alltag mobilisieren dürfen, lernen und nehmen Sie Ihre Lebensaufgabe an.
Geben und nehmen Sie sich Zeit, diese Dinge an die Oberfläche kommen zu lassen. Daher möchte ich den Leserinnen von „Bauchfrauen“ ein paar Helferlein aus dem Schatz der Naturheilkunde geben:

Akute Hilfe bei Menstruationsschmerzen

Die Heiße 7 kann bei Krämpfen (auch Kopfschmerzen) gut helfen => Lösen Sie 10 Tabletten Schüssler Salz Nr. 7 in kochendem Wasser auf und trinken Sie dies schluckweise heiß, am besten gleich bei Beginn der Schmerzen.
Reiben Sie Ihren Unterleib und den unteren Rücken mit Kupfer Salbe (z. B. von Wala) ein. Kupfer löst Verspannungen und wärmt innerlich. Ich reibe mir auch gern die Fußsohlen damit ein, da ich auch zu den Frauen, die immer kalte Füße haben.
Ein Tee aus Schafgarbe, Gänsefinger, Hirtentäschel und Frauenmantel zu gleichen Teilen in der Apotheke gemischt, reguliert Blutungsstärke und -schmerzen. Am besten schon 2 – 3 Tage vor Beginn der Blutung damit beginnen.
Trinken Sie puren Tee aus Alchemilla – dem Frauenmantelkraut oder nutzen Sie die Urtinktur. Das Kraut versorgt den Körper schonend ab Zyklusmitte mit progesteronartigen Isoflavonen und reguliert sanft den Zyklus.
Suchen Sie sich einen Ort der Ruhe und der Einkehr während des ersten Tages der Blutung. Tun Sie Dinge, die Ihrer Seele gut tun. Yoga oder Meditation ist toll, um mit sich selbst in Einklang zu kommen.
Aber auch die Ernährung kann sich positiv auf die Menstruation auswirken. Leben Sie überwiegend vegetarisch, nehmen Sie viele Omega 3 Fettsäuren zu sich, verzichten Sie auf Weizen und Kuhmilchprodukte. Versorgen Sie sich mit Eisen (rote Säfte, Früchte), Magnesium und B-Vitaminen. Vermeiden Sie Fertigprodukte und künstliche Zusatzstoffe – auch Ihre Haut und Ihr Darm bedanken sich.

Literaturempfehlungen:
Ingrid Olbricht „Was Frauen krank macht“
Miranda Gray „Roter Mond: Von der Kraft des weiblichen Zyklus“
Rüdiger Dahlke „Krankheit als Symbol“
Estés, Pinkola „Die Wolfsfrau: Die Kraft der weiblichen Urinstinkte“

Andrea Mohr
Heilpraktikerin
Praxis für Frauengesundheit.
An der Stadtmauer 17
61476 Kronberg
Tel.: 06173-963587
info@praxis-frauengesundheit.de
www.praxis-frauengesundheit.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Kommentare werden vor der Veröffentlichung genehmigt.