Ich weiß, du kannst es nicht mehr hören (ich übrigens auch nicht): Dass nun das letzte Jahresquartal angebrochen ist und somit auch die Zeit von langen Spaziergängen, leckeren Suppen und kuschligen „Nie mehr verlasse ich meine Couch“-Wochenenden im Schlafanzug (den du dringend mal wieder waschen solltest). Aber was du stattdessen vielleicht hören musst: DU DARFST! 

Und vor allem sollst du dir auch Ruhe, Fürsorge und eine verdammt große Portion Langeweile „gönnen“. Wann hast du das letzte Mal so richtig tiefe Langeweile verspürt? So eine, dass du anfingst, herumzualbern, dein inneres Kind entdecktest, Gespräche mit dir selbst führtest oder ein Buch oder einen Film zum zweiten, dritten oder vierten Mal verputztest, einfach so, weil du es kannst? Kannst du noch ohne große Mühe aus dem „Getrieben-Modus“ aussteigen und in den „Sein-Modus“ wechseln? Hast du ein Bett, ein Dach über dem Kopf, Geld auf dem Konto und bist auch noch kerngesund? Dann hör auf, dich zu sorgen und ständig die tobenden Affen in deinem Kopf zu füttern!

Denn wenn du nicht verstehst, dass es nicht nur Opfer und Täter gibt, sondern auch Schöpfer, wirst du nie die Verantwortung übernehmen und in deine Kraft kommen können und somit immer meinen, dass das Gras beim Nachbarn grüner ist als dein eigenes. Sich keine Gedanken machen zu müssen, ist ein verdammter Luxus, den wir verlernt haben, zu leben und vor allem zu genießen. 

In Italien gibt es einen eigenen Begriff fürs Genießen: das süße Nichtstun = il dolce far niente. Selbst nicht Gefangene deines eigenen Gedanken-Gulasch zu werden, ist alles andere als leicht, und dich einfach des Daseins wegen zu freuen, eine Kunst. Also lasst uns alle Künstler*innen werden, es ist längst Zeit!

Die Herbstzeit, die ich meine persönliche Verdauungszeit getauft habe, hilft dir dabei. Die Tage werden kälter und kürzer und der scharfe Wind flüstert dir ständig zu: Du verpasst nichts und musst auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn du heute, übermorgen und überübermorgen zu Hause und nur mit dir sein willst.“ Grauer Nebel, Regen und Matsch: Eure Message „Wenn du nicht nach draußen gehen kannst, gehe nach innen“ erreicht mich jedes Jahr tiefer. Und dann wird verdaut, aber ordentlich: das bisherige Jahr, all die Lebendigkeit und all die Verletzungen, Ängste und Träume, alle Erfolge und Niederlagen. Und vor allem lasse ich besonders meine eigenen Erwartungen los und nehme alle „Enttäuschungen“, die ich erfahren durfte, dankend an, denn nun erkenne ich die Täuschung. Und plötzlich verlaufe ich mich und komme ganz leise bei mir an. 

Und weil mir so danach ist, kreiere ich dir heute ein außerordentlich leckeres Rezept für ein romantisches Wochenende mit dir selbst, weil du darfst! 

1. Solange schlafen wie du möchtest, dann den halben Tag verschlafen und sobald sich deine kleinen „Muss-Monster“ bemerkbar machen, diese konsequent ignorieren. Manchmal musst du sie auch laut wegbrüllen: Sage oder brülle 10 mal hintereinander ICH DARF, ICH DARF, ICH DARF, ICH DARF, ICH DARF, ICH DARF, ICH DARF, ICH DARF, ICH DARF, ICH DARF. Wie wäre es mit Keksen zum Vorfrühstück und dem Film „Eat, Pray Love“? Den hast du bereits gesehen? Umso besser! Vergiss nicht: Zu dir selbst gut zu sein, fühlt sich oft so an wie das Gefühl, Torte zu frühstücken – zu Beginn irgendwie komisch und verboten und dann wirst du es zweifellos genießen. 

2. Samstag oder Sonntag ist ein Flohmarkt bei dir in der Nähe? Ab da hin mit dir! Nimm dir Kopfhörer mit und schalte deine Lieblings-Enspannungs-Playlist an. Kaufe dir noch ein leckeres Frühstück für „auf die Hand“ und dann schlendere durch die Menge. Belebe all deine Sinne, genieße das Gefühl, deinen Magen mit einer Köstlichkeit zu füllen, und beobachte die Menschen um dich, wie sie miteinander reden, verhandeln, schimpfen und lachen – mit Musik bekommt das ganze noch viel mehr Dynamik. Erfinde Geschichten zu den Personen und den Stücken, die verkauft werden. Lass dich treiben und halte Ausschau nach einem kleinen Schmuckstück. Vielleicht findest du einen schönen Vintage Lederrucksack, der darauf wartet, mit deinen Abenteuern gefüllt zu werden. Meine persönlichen Lieblingsfarben zum Herbst sind Braun, Orange, Creme und Beige, kombiniert mit Secondhand-Leder, tollen Hüten oder einer Baskenmütze. Deshalb liebe ich Secondhand-Läden und Flohmärkte. Doch tatsächlich finde ich in Secondhand-Läden leider eher selten etwas in meiner Kleidergröße. Falls es dir genauso geht, schau doch mal bei MiaModa, ob du etwas Schönes findest, was zu deinem absoluten Herbst-Must-Have werden könnte.

3. Langsam wird es kalt, geh deshalb auf dem Heimweg die fehlenden Nahrungsmittel einkaufen, um dein Lieblingsgericht nur für dich zu kochen. Wieso? Weil DU DARFST! Und weil du die Königin deines Lebens bist, solltest du auch ab und an majestätisch aufdecken und deinen Hunger nicht immer nur mit einer unsexy Brotzeit stillen. Heute ist „einfach kochen“ nicht erlaubt, sondern mach dir deinen Lieblingswein auf oder koche dir einen leckeren Tee, drehe tolle Jazzmusik (die zum Mitsingen, nicht die zum Jaulen, sonst hast du am nächsten Tag Kopfschmerzen und zwar nicht vom Wein) und dann bereite mit viel Leibe und vielleicht sogar etwas tanzend dein Mahl zu. Schau dir die Farben an und erkenne, dass all diese Pracht und Schönheit nicht selbstverständlich ist. Sei dankbar und genieße dein eigenes Mahl!

4. Zum Abschluss dieses herausragenden Tages könntest du dir auch noch ein königliches Bad einlassen und all die Erschöpfung und Fremdenergie von dir abwaschen, die sich in letzter Zeit angesammelt hat. Während du das Bad einlässt und ein paar wohlduftende Öle hinzufügst, schiebst du noch deinen Kuchen in den Backofen. Und während du in der Wanne liegst, vielleicht mit Kerzen um dich und ein Buch verschlingend (oder eine unserer kostenlosen Meditationen, die du in der Rubrik „Für DICH“ findest ), spürst du intensiv, wie die Wärme deinen Körper liebevoll umarmt und du es kaum abwarten kannst, deinen Nachtisch zu verschlingen. Vergiss nicht: Du bist niemals allein, da bist immer DU – wie wunderbar!

Morgen bist du dran – denn DU DARFST! 

Bauchliebe & Licht an Dich, Deine Bauchfrau Sandra 

P.S.: Das Leben ist zu kurz um den Bauch einzuziehen.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr lesen:

 
WP Feedback

Dive straight into the feedback!
Login below and you can start commenting using your own user instantly