Gastbeitrag von Annika Weiß (Instagram: @annikawht)

Selbstliebe ist ein Prozess, den jede*r für sich durchleben muss. Ich habe immer gedacht, man müsste ‚perfekt‘ sein, um sich selbst akzeptieren zu können. 

Der Punkt, an dem sich meine Art zu denken komplett verändert hat, war der Tag, an dem ich wieder mal weinend im Bett lag, weil ich mich selbst nicht im Spiegel anschauen konnte. 

Was die Gesellschaft mit uns macht

Ich habe mich lange von anderen Menschen leiten lassen und mich andauernd verglichen. Erst in der Schule – so wie die anderen Mädchen aussahen, sah ich nie aus. Ich hatte schon immer mehr auf den Rippen und auch eine sehr große Oberweite. Dadurch fühlte ich mich schlichtweg hässlich. Ins Schwimmbad wollte ich nie gehen, da die Bikiniauswahl allein schon eine Qual war. Enge Sachen? Niemals. Ich versteckte mich immer unter weiten Klamotten, damit niemand meine großen Brüste oder meinen Bauch sehen konnte.

Das ging leider so weit, dass ich mit 13 gar kein Selbstwertgefühl oder Selbstbewusstsein hatte. Die schlimmste Zeit für mich.

Heute ist das Vergleichen leider noch viel einfacher geworden. Im Internet bekommen wir tagtäglich Lügen aufgetischt und falsche Werte vermittelt. Auch ich bin dem erneut zum Opfer gefallen. Ich stellte mich für Bilder vorteilhaft hin und bearbeitete meine Beine und meinen Bauch. Doch die Frage, die ich mir immer wieder stellte: Belüge ich damit die anderen, oder nur mich selbst? 

Wer definiert perfekt? 

Die Schönheitsideale, die wir von der Gesellschaft vorgelebt bekommen, vergiften uns alle. Schlank, aber trotzdem noch einen schönen Po. Keine zu großen und auch keine zu kleinen Brüste. Dünn, aber ja nicht zu dünn. Eine glatte Haut und schöne Haare. Keine Narben und auch keine Dellen. 

Das Wort ‚perfekt‘ definiert jede*r anders. Heute weiß ich, dass niemand fehlerfrei oder auch makellos ist. Doch wenn ich eines gelernt habe, dann, dass jede*r auf seine Art und Weise perfekt ist. Wir sind Unikate und macht uns das allein nicht schon perfekt? 

Mein Weg zu einer besseren Denkweise

Der Weg war steinig und ist lange noch nicht vorbei. Doch ich habe es geschafft, den richtigen Weg zu wählen. Man kann die Menschen nicht ändern, aber die eigene Sichtweise und Selbsteinschätzung. Wieso soll ich mich selbst einschränken, nur weil ich so bin, wie ich bin? 

Jeden Tag aufs Neue entscheide ich mich dafür, mein Leben so zu leben, wie ich möchte. Es wird immer Menschen geben, die nicht gutheißen, was ich mache, doch ich habe mich bewusst entschieden, dass das nicht mehr mein Weg beeinflussen wird. 

Ich bin wie ich bin. Und so bin ich gut genug und wunderschön. 

Liebe fängt mit Selbstliebe an

Mein Körper ist ein Wunder und bringt mich durch jeden Tag. Jeder Makel macht mich zu dem Menschen, der ich nun mal bin. Mein Wegweiser ist tatsächlich der Spruch “Liebe fängt mit Selbstliebe an” – und so ist es auch. Erst, wenn wir uns richtig lieben können, sind wir offen und auch bereit, andere richtig zu lieben. 

Mein Bauch, meine Beine, meine Dehnungsstreifen, meine unreine Haut, meine Narben. All das und mehr bin ICH. Und mich gibt es nur einmal auf dieser Welt. Das Leben ist doch viel zu kurz, um sich im Sommer unter langen Klamotten zu verstecken! 

Wenn ich mal wieder Selbstzweifel habe, und natürlich bleibt das nicht aus, halte ich mir vor Augen, für wen ich das alles mache: für mich. Ich mache das nicht für die Menschen da draußen, für meine Familie oder meinen Freund. Nein, ich mache das für mich! Damit es mir gut geht.  

Seitdem ich das erkannt habe, lebe ich richtig. 

Über mich:

Ich bin Annika und 22 Jahre alt. Ich will euch zeigen, dass ihr nicht alleine seid. Wir alle haben unsere Päckchen zu tragen und mit meinen Texten will ich euch Mut machen! Ihr seid alle einzigartig, egal, wer ihr seid. Und glaubt mir, wenn ich euch sage: Es werden wieder bessere Tage kommen.

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